Schwerpunkt PädArT

Pädagogische Arbeit am Ton - Flyer
Pädagogische Arbeit am Ton - Flyer A5.pd[...]
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Die Pädagogische Arbeit am Ton (PädArT) ist eine neue Methode der Fort- und Weiterbildung, die theoretisches Wissen und praktische Übungen der Selbsterfahrung ganzheitlich miteinander verbindet. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass Selbsterfahrungsprozesse und Situationstrainings Entwicklung und Veränderung anregen. In spezifischen Selbsterfahrungsprozessen nehmen sich die Teilnehmer*innen als Individuen intensiv und mit allen Sinnen wahr und erkennen ihr eigenes Alltagsverhalten. Professionelle bindungs- und beziehungsfördernde Verhaltensweisen werden vorgestellt und in videogestützen[1] Situationstrainings und direkter Interaktion eingeübt. Abschließend werden die erlebten Prozesse in der Gruppe reflektiert und mit theoretischem Wissen verknüpft. Diese Begleitung in eigenen Prozessen der Persönlichkeitsentfaltung ist eine Besonderheit von PädArT.

Inhaltlich vereint PädArT die wesentlichen Elemente und Prinzipien der Pikler-, Reggio-, Freinet-, Montessori-, und Waldorf-Pädagogik, des Situationsansatzes sowie die Arbeit am Tonfeld® nach Heinz Deuser[2] zu einem pädagogischen Konzept mit therapeutischen Effekten. Dieses kann generell in der sozialen, pädagogischen und therapeutischen Arbeit eingesetzt werden. Im Vordergrund steht hierbei die professionelle Begleitung von Entwicklungs- und Selbstbildungsprozessen. Die Grundidee hierzu entstand Mitte der neunziger Jahre durch Beobachtungen, wie das Arbeiten am Ton sich auf die Entwicklung von Kindern auswirkt und wie sehr Kinder und Erwachsene dabei entspannen und zu sich finden.

Das Verständnis des Kindes als weitgehend selbstbestimmtes, forschendes Individuum und die Rolle der Erzieherin als anregende, herausfordernde und unterstützende Wegbegleiterin entsprechen in PädArT weitgehend denen der o.g. reformpädagogischen Bewegungen. Auch die Bedeutung der Räume und die Prinzipien ihrer Ausgestaltung sind Bestandteil des Konzeptes.

Beim Angebot von Materialien allerdings wird in PädArT, ebenso wie in der Arbeit am Tonfeld®, der Ton in den Vordergrund gestellt. Der Grund hierfür ist die Erkenntnis, dass Ton in besonderem Maße zu selbstbestimmten, entwicklungsgemäßen Aktivitäten anregt und Selbstbildungsprozesse auslöst. Ton ist dabei das zentrale Bildungsmedium. Er unterstützt die Entwicklung der drei Basissinne der Haptik (s.u.) in idealer Weise.

Ein zentrales Anliegen der Pädagogischen Arbeit am Ton ist es aufzuzeigen, wie wir Kinder in ihrer Eigenwahrnehmung fördern und sie in ihren Entwicklungs- und Selbstbildungsprozessen professionell begleiten können. Hierzu ist es notwendig, die Kinder als Subjekte wahrzunehmen, ihnen bei der Entfaltung ihrer eigenen Potentiale[3] mit großer Achtsamkeit und Feinfühligkeit zu begegnen und mit ihnen in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten. Nach unseren Erkenntnissen bietet Ton als Bildungsmedium hierfür die besten Voraussetzungen.

 

PädArT wurde von Ilse-Marie Strotkötter entwickelt und seit 2010 im Kinderhaus Panama erstmalig in der Praxis erprobt. Das gesamte Team wurde fortgebildet, davon haben 6 Kolleginnen die Ausbildung zur Fachkraft für PädArT absolviert.  Gemeinsam mit Karin Malaizier, Elke Zimmermann und Nadine Ahlers wurde das Konzept weiterentwickelt. Inzwischen haben sich auch zu Dozentinnen für PädArT weiterqualifiziert. Karin Malaizier ist seitdem stellvertretende Leitung in der PädArT-Ausbildung.

Am 02. Februar 2013 wurde das Kinderhaus Panama zur 1. PädArT-Kita zertifiziert. Seitdem bietet das Kinderhaus Ton als Alltagsmaterial in allen Räumen und im Außengelände an. Außerdem können Interessierte das PädArT-Konzept durch Hospitationen kennenlernen.  

Weitere Infos: http://wirkraum-ton.de/start/

 

[1] Die Auswertung erfolgt in Anlehnung an die MarteMeo®-Methode nach Maria Aarts, bei der das Medium Video genutzt wird, um Ratsuchende eine besondere „Einsicht“ in die eigene Lebenssituation und in eigene Verhaltensweisen zu verdeutlichen und die darin enthaltenen Stärken herauszuarbeiten.

[2] Die Arbeit am Tonfeld wurde 1972 von Prof. Heinz Deuser begründet und seitdem kontinuierlich weiter entwickelt (s.a. www.tonfeld.de).

[3] „Potentiale zu entfalten heißt nichts weniger als gemeinsam über sich hinauszuwachsen. Das heißt, wir sind nur innerhalb einer Gemeinschaft in der Lage, die in uns angelegten Potentiale zu entfalten.“ Prof. Dr. Gerald Hüther, www.akademiefuerpotentialentfaltung.org

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