Padagogischer Ansatz

Lernen in Freiheit

Die pädagogischen Fachkräfte des evangelischen Kinderhauses Panama arbeiten nach dem Konzept der „Offenen Arbeit“. Betreut werden Kinder im Alter zwischen acht Wochen und zwölf Jahren mit besonderem Hinblick auf das ganzheitliche Wesen und Lernen des Kindes.

Die Grundlage unserer Pädagogik basiert auf unserem Bild vom Kind, entwicklungspsychologischen Erkenntnissen und unserem Rollenverständnis im Dialog mit dem Kind.

 

Wir sehen das Kind als kompetentes Gegenüber, aktiven Gestalter und Akteur seiner Lebenswelt.

Kinder sind neugierig, forschend und dabei selbstbildend in der Auseinandersetzung mit ihren individuellen Themen tätig. Dabei werden sie durch ihre innere Motivation und eigene Impulse gelenkt.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Kindern die Türen für selbstbestimmtes Handeln zu öffnen.

 

Durch die Ermöglichung dem eigenen Impuls zu folgen, findet Lernen in Freiheit statt.

"Wenn ich dem Menschen misstraue, dann kann ich nicht umhin, ihn mit Informationen meiner eigenen Wahl vollzustopfen, damit er nicht einen falschen Weg geht. Wenn ich dagegen auf die Fähigkeit des Individuums vertraue, sein eigenes Potential zu entwickeln, dann kann ich ihm viele Möglichkeiten anbieten und ihm erlauben, seinen eigenen Lernweg und seine eigene Richtung zu bestimmen" (Rogers, 1988, S. 126).

 

Wir wissen, dass gelungene Bildungs- und Entwicklungsprozesse immer aus dem Inneren heraus gesteuert und nicht erzwungen werden können. Wir verstehen uns als Bildungs- und Entwicklungsbegleitende, die nicht die Umsetzung ihrer eigenen Ideen und Pläne in den Vordergrund stellen, sondern immer wieder neugierig forschend zu ergründen suchen, welche „Lernreisen" die Kinder unternehmen und wie wir sie dabei professionell unterstützen können.

 

Um den Kindern den optimalen Nährboden für ihre persönliche Entwicklung zu geben, treten wir mit den Kindern in einen Dialog. Von den vielfältigen Kompetenzen professionell reflektierter Grundhaltung sind uns fünf besonders wichtig: Wertschätzung, Feinfühligkeit, Kind-Zentrierung, Ermutigung, sowie eine aufmerksame Präsenz. Unsere eigene Motivation ziehen wir aus der Freude an der Arbeit, sowie unserem echten Interesse an den Kindern.

 

Räumlich wird das offene Konzept durch die Aufteilung in Funktionsräume mit thematischem Schwerpunkt und speziellen Zielsetzungen umgesetzt. In Krippe und Kindergarten gibt es folgende Bereiche: Atelier, Bauen und Konstruieren, Rollenspiel, Ruhezonen, Raum für Essen und Schlafen, Natur-Spielräume. In jedem Funktionsbereich finden sich Möglichkeiten zum begleiteten Arbeiten am Ton nach dem PädArT – Konzept (vgl. 6.1 PädArT).

 

Die aktuellen Bildungsthemen werden jeweils in allen Bereichen aufgegriffen. Körper, Geist und Seele der Kinder werden durch die bewusst vorbereitete Umgebung, die alle Sinne anspricht, angeregt und in Einklang miteinander gebracht. Ein ganzheitliches Erleben und Lernen wird möglich.

 

Wir strukturieren die Abläufe des Alltags klar und übersichtlich, damit die Kinder sich selbständig orientieren können. Absprachen und Verlässlichkeit unter den Kollegen, sowie Zutrauen in die Fähigkeiten der Kinder, sind Grundvoraussetzungen dafür.

In das offene Konzept integrieren wir gruppenpädagogische Aspekte. Diese geben den Kindern Halt, Sicherheit und ein Gefühl der Gruppenzugehörigkeit. Wesentlich ist im Kindergarten hierbei die „Kleine Runde“, eine feste Gruppe von zehn Kindern und ihrer konstanten Bezugs Pädagogin.

 

Bildung ohne Beziehung kann nicht gelingen. Unsere Kinder werden aufmerksam, liebevoll und verlässlich von uns gehalten und begleitet. Durch unser Bezugspädagogen-System entwickelt sich eine vertrauensvolle Bindungsbeziehung zwischen Kind und Bezugspädagoge. Das Kind erweitert mit der Zeit seinen Kreis der Bezugspersonen eigenständig. 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kinderhaus Panama